Nach wochenlanger Bergabstinenz war meine Sehnsucht nach Bergfeeling so groß, dass mein liebster Philipp mir einen Tag „Mama frei“ verschrieb und mir quasi befohl, endlich den Rucksack und die Hunde zu schnappen und eine  Wanderung mit Hund zu machen. Tja, das musste er mir nicht zweimal sagen. So sehr ich die letzten Wochen als Familie und Neo-Mama genoß, wusste ich auch, dass mir so ein Tag am Berg enorm gut tun und die Akkus wieder richtig aufladen würde. Und Milka und Zaira waren natürlich außer sich vor Freude, als sie sahen, dass der Wanderrucksack endlich wieder zum Einsatz kam.

Konditionstechnisch waren wir drei alles andere als fit. Ich durch die Schwangerschaft und Geburt noch etwas gezeichnet, und meine zwei Mädels, die es sich die letzten Wochen mehr als bequem am Sofa gemacht hatten, mussten somit eine Tour finden, die wir auch einigermaßen meistern konnten, ohne gleich an unsere körperlichen Grenzen zu stoßen. Und ich hatte da auch sofort eine Tour parat. Einen Gipfel, den ich schon länger im Visier hatte und den wir nun endlich besteigen sollte. Und so ging es, an einem herrlich sonnigen und winterlichen Tag, am Vortag fiel bereits der erste Schnee im November, dem Präbichl entgegen, um die Leobner Mauer zu erklimmen.

Präbichl Pass – Handlalm – Lamingsattel – Leobner Mauer – selber Weg retour
Länge gesamt: 8,13 km / Dauer: 3:15 h / Aufstieg: 707 m /max. Höhe: 1.873 m
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Gipfelsieg auf der Leobner Mauer

Auf den Präbichl verschlägt es uns im Jahr mindestens einmal. Gibt es doch von hier aus zahlreiche Routen, die sich mit Hund super erwandern lassen. Zudem findet man hier auf relativ engem Raum tolle und eindrucksvolle Gipfel. Jeder einzelne hat seinen ganz eigenen Charme. Und die Leobner Mauer war in unserer Sammlung noch ausständig.

Als wir am Präbichl Pass, nähe der Latschenhütte, angelangt waren, war ich etwas verdutz. Noch nie sah ich so viele Autos, wie an diesem Tag. Aber bei der herrlichen Winterlandschaft, die sich uns bei blauem Himmel und Sonnenschein zum Vorschein tat, war es absolut verständlich, dass es doch zahlreiche Menschen auf den Berg zog.

Wir starteten auch sogleich auf dem uns bereits bekannten Weg, der Beschilderung Richtung Leobner Hütte folgend. Zuerst führte der Weg durch den Wald bis wir zur Alm gelangten und bei der ersten Weggabelung nach rechts weg, Richtung Handlalm, abbogen. Milka und Zaira waren im Paradies und das Hundelächeln ihnen ins Gesicht geschrieben. Nicht nur, dass es endlich wieder einmal einen Ausflug ganz nach ihrem Geschmack gab, dann das Ganze auch noch bei Schnee. Die Zwei waren ekstatisch.

Präbichl – immer eine Wanderung mit Hund wert

Von der oberen Handlam führte uns der schmale Weg nun weiter, stetig steil bergauf durch den Wald bis wir bei der nächsten markanten Weggabelung, dem bekannten Lamingsattel ankamen. Von hier aus kann man gleich in mehrere Richtungen abbiegen und die Region um den Präbichl erkunden. Wir wussten jedoch genau, wo es hingehen sollte. Weiter bergauf durch den Latschenwald auf dem Weg Nr.873 zum Ochsenboden. Sobald wir den Latschenwalde passiert hatten, kam relative bald die nächste Kreuzung. Gerade aus hätte uns der Weg weiter zum Gipfel des Hochturm geführt.

Wir schlugen jedoch den Weg zu unserer rechten ein. Auch wenn kein direkter „Hinweis“ gegeben war, war die Route doch klar ersichtlich. Vorbei am Strommast führte uns die Wanderung mit Hund nun gemächlich ansteigend zum Gipfel der Leobner Mauer. Ein traumhaftes Panorama und eine unvergesslich schöne Winterlandschaft ließ mich alle Anstrengung vergessen. Nach unserem obligatorischen Gipfelkreuz-Foto, das wir einem freundlichen Wanderer zu verdanken haben, weil mein Handyskku aufgrund der Kälte den Geist aufgegeben hatte, ging es für uns den selben Weg wieder retour zum Auto.

Für die erste Tour, nach einer doch für uns unüblich langen Wanderpause, konnte ich mir und meinen zwei Wuffis stolz auf die Schulter klopfen. Unsere Kondition war doch besser als anfangs angenommen und was haben sich die Mühen doch gelohnt. Bis über den Rand hin voll mit Glückshormonen ging es für uns müde und zufrieden heimwärts.

Weitere Wandermöglichekeiten am Präbichl:

FAZIT: Die Wanderung auf die Leobner Mauer ist nicht all zu anspruchsvoll und man hat in relativ kurzer Zeit den Gipfel erreicht. Die Tour eignet sich ideal zum Wandern mit Hund. Etwas Kondition ist schon gefragt. Gerade nach der Handlalm geht es doch stetig bergauf. Aber nichts, was man mit ein wenig Bergerfahrung nicht locker meistert. Für die Hunde unbedingt Wasser mitnehmen, da man nur zu Beginn an einem Bach vorbei kommt. Kontakt mit Weidevieh während der Sommermonate durchaus möglich, im unteren wie im oberen Bereich.