Endlich ist es hochoffiziell: Man darf nach dem ganzen Corona-Debakel  wieder auf den Berg und zwar sogar in Begleitung von lieben Freunden. Das musste man mir natürlich nicht zweimal sagen. Oft bin ich mit meinen zwei Fellnasen ganz allein am Berg unterwegs und genieße diese WIR-Zeit in vollen Zügen. Aber mindestens genau so sehr erfreue ich  mich zweibeiniger Begleitung, wenn es für uns zum Wandern geht. Die Gespräche sind doch eine Spur anregender, als die Monologe die ich oft mit Milka und Zaira  führe. 😉

Doch wen wollten wir an diesem schon fast ehrwürdigen Tag dabei haben? Meinen zwei Wauzis war das natürlich ziemlich egal. Die freuen sich über jeden, der uns begleitet. Und so blieb es an mir, die passende Begleitung zu wählen. Lange musst ich da nicht überlegen. Philipp musste natürlich herhalten, hat er sich doch schon wieder viel zu lange vor einer Wanderung mit Hund gedrückt. 😉 Und damit für ein wenig männliche Unterstützung für Philipp gesorgt war, war auch Thomas, ein mindestens genauso begeisterter Bergfex, und seine sympathische Freundin Lisa dieses Mal mit von der Partie.

Die Route hatte ich schon lange für mich gewählt. Eine kleine Kirche hoch oben am Berg in der Region Spielberg hat es mir angetan. Und diesen magischen Ort auf der Seckauer Hochalm namens Maria Schnee wollte ich live erkunden und genießen.

Kühbergerhof –Hochalm– Maria Schnee – selber Weg retour
Länge gesamt: 10,91 km / Dauer: 4:15 h / Aufstieg: 842 m /max. Höhe: 1.849 m
SUUNTO-Link zur interaktiven Kartenansicht -> HIER

Startpunkt unserer Wanderung mit Hund sollte beim Kühbergerhof beginnen. Hier kann man um € 2,00 (Preisangaben ohne Gewähr) den ganzen Tag beruhigt parken und von dort weg auch sogleich los starten. Zuerst ging es für uns ein Stück des breiten Schotterweges entlang. Vorbei an einer Koppel und ein paar neugierigen Kätzchen, die sich von meinen zwei Hundedamen so überhaupt nicht beeindrucken ließen. Umgekehrt war die Aufregung natürlich groß und ich hatte so meine Mühe, Milka und Zaira ohne großes Tamtam an den Kätzchen vorbei zu bringen.

Auf den Spuren der Wallfahrtskirche Maria Schnee

Nachdem vor allem Zaira sich dann doch wieder beruhigen ließ – Katzen kann sie so gar nicht ab – konnte wir auch wieder entspannt weiter marschieren. Schon bald ging es für uns immer der Beschilderungen Weg Nr. 32 folgend, an ein paar Hütten vorbei, entlang eines Baches in den Wald hinein. Während wir Zweibeiner uns angeregten Gesprächen hingaben, konnten die zwei Rabauken die Umgebung ausführlich mit der Nase erkunden. Stetig, aber doch gemütlich, ging es weiter bergauf bis sich der Wald zu lichten begann und wir über einen Almboden weiter wanderten.

Richtig kitschig präsentierte sich die herrliche Almlandschaft vor uns. Und je weiter wir nach oben kamen, desto beeindruckender wurde auch das Rundum-Panorama. Dieses wussten wie immer nur wir Zweibeiner zu schätzen. Milka und Zaira hatten weit Wichtigeres zu tun, als da verträumt in die Gegend zu blicken. Nur für ein köstliches Leckerli ließen sich die zwei Fellnasen dazu überreden ab und an für ein eindrucksvolles Foto zu posen, bevor es hastig wieder ans Schnüffeln und Unfug Treiben ging. Angekommen auf der Grafenalm genossen Philipp, Thomas, Lisa und meine Wenigkeit kurz die warmen Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg durch die Wolken kämpften, atmeten voller Freude die frische Bergluft ein und bewunderten den markanten Baum, der sich da ganz allein vor uns auftat.

Vorbei an der sogenannten Wetterlärche ging es weiter nun etwas steiler bergauf. Ich hatte schon ein wenig mit fehlender Kondition zu kämpfen. Immerhin wächst mein Babybäuchlein stetig weiter und verlangt mir einiges an Kraft ab. Aber ich habe mich bereits damit abgefunden, dass ich im heurigen Jahr bei Wanderungen wohl immer das Schlusslicht bilden werde. Solang ich jedoch noch irgendwie auf den Berg komme, nehme ich das gerne in Kauf, auch wenn es nun etwas länger dauert als gewohnt. 😉

Wandern mit Hund auf der Seckauer Hochalm

Nach einem weiteren kurzen Stück durch den Wald ging es dann endlich etwas gemächlicher auf einer breiten Schotterstraße entlang weiter. Immer weitläufiger und beeindruckender wurde die Aussicht, die sich uns darbot. Auch den ersten Blick auf die famose Kirche Maria Schnee, der höchstgelegenste Wallfahrtsort der Ostalpen, konnten wir erhaschen. Das letzte Stück lag nun vor uns. Noch einmal etwas steiler, näherten wir uns nun von hinten der Kirche und konnten dabei das atemberaubenden Panorama auf die umliegende Berglandschaft der Seckauer Alpen bestaunen. Wir hätten diesen Ausblick gerne noch etwas länger auf uns wirken lassen, doch dunkle Wolken und ein ordentlicher Wind trieben uns dann doch rasch voran, unserem auserkorenen Ziel Maria Schnee entgegen.

Gipfelsieg auf der Hochalm

Bei der Kirche angekommen gönnten wir uns eine wohlverdiente Rast und suchten uns einen windstillen Unterschlupf, um unsere Stärkung zu genießen. Als Gipfelkreuz-Junkies konnten wir das Gipfelkreuz der Hochalm auf unserer hundefreundlichen Wanderungen nicht auslassen. Dieses befindet sich, quasi zum Greifen nah, nur ein paar hundert Meter von der Wallfahrtskirche Maria Schnee entfernt.

Wind und dicke Wolken hin oder her, da mussten wir noch kurz einen Abstecher einplanen. Mit zwei hochprofessionellen Fotomodels, wie es Milka und Zaira ja sind, ging das Gipfelfoto rasch von der Hand und wir konnten vollauf zufrieden den Rückweg antreten. Inzwischen haben sich auch die Wolken wieder verzogen und beim Weg retour sollten wir sogar noch mit ein paar Sonnenstrahlen verwöhnt werden. Hätten wir uns nicht beim bergab Steigen ein wenig vertratsch, wären wir komplett den gleichen Weg wieder zurück marschiert. So mussten wir eine kleine 10 minütige Detour durch den Wald einlegen, bevor wir höchst zufrieden wieder bei unseren Autos angelangten. Milka und Zaira platzten sich sichtlich erschöpft ins Auto und waren nun bereit für die Heimreise und ihr Sofa zu Hause.

FAZIT: Eine tolle, aussichtsreiche und mittelmäßig schwere Wanderung, die sich auch bestens zum Wandern mit Hund eignet. In den Sommermonate ist Kontakt mit Weidevieh durchaus möglich. Man kann diesem aber sicherlich großflächig ausweichen. An warmen Tagen empfiehlt sich ein früher Start, da man zu Beginn durch den schattigen Wald spaziert, weiter oben aber der prallen Sonne ausgesetzt ist. Unbedingt ausreichend Wasser mitnehmen. Es gibt nur am Anfang einen Bach, dann findet man keine natürlichen Wasserquellen mehr.

 

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