Ich habe an sich zwei sehr wanderfreudige Hunde, aber dafür nicht gerade winterfest. Somit werdet ihr hier wohl eher weniger über Schneetouren und dergleichen lesen. Da müsste ich nämlich den Berg wohl ohne die Zwei erklimmen. Mit der richtigen Ausrüstung und warmen Mäntelchen sind wir jedoch auch im Winter nicht ganz untätig. So ging es diese Mal, bei herrlichem Wetter, auf die Ganzalm, nähe Mürzzuschlag, zum Schlittenfahren.

Auf die Ganzalm: Länge: 3km / Dauer: ca. 1 Stunde / Aufstieg: 301m / max. Höhe: 1.386m

Ich bin ja nur in wenigen Lebenslagen wirklich prinzessinnenhaft veranlagt, aber bei winterlicher Schneefahrbahn kann ich ganz schnell etwas hysterisch werden. Sobald man nämlich von der Autobahn Richtung Bruck in Mürzzuschlag abgefahren ist, geht es auch gleich bergauf Richtung Bärenkogelsattel. Von Schneeräumung hat man hier wohl noch nicht so viel gehört und die Autofahrt bergauf war doch mit etwas Nervenkitzel verbunden.

Ein paar Schweißperlen später sind wir dennoch gut oben angekommen. Geparkt wird direkt beim Bärenkogelsattel. Nachdem es doch beachtliche -11 Grad hatte, wurden zuerst einmal die beiden Mädels mit Mantel ausgestattet und winterfest gemacht, bevor wir den Aufstieg zum Ganzalmhaus starteten. Die Strecke ist super-easy und führt entlang eines leicht aufsteigenden Forstwegs direkt zur Hütte. Am Wochenende kann es hier schon mal ziemlich voll werden und es kommen einem immer wieder Rodler und auch Skifahrer entgegen. Die Mini-Wanderung bis zur Hütte dauert, bei flottem Fußmarsch, ca. 1 Stunde. Da aber auch meine kleine Nichte mit war, die sich mit ihren nicht ganz 3 Jahren die meiste zeit lieber mit dem Schlitten ziehen ließ als selbst zu gehen, benötigten wir doch etwas länger. Milka, selbsternannte Anführerin der lustigen Truppe, durfte die meiste Zeit ohne Leine laufen. Vom Weg konnte sie nicht wirklich abkommen, da wäre sie nämlich kurz und bündig, einfach Hals über Kopf, im Schnee versunken. Zaira war, wie so oft, leicht überfordert, hatte sie doch noch nie so viel Schnee auf einmal gesehen. Schlitten- und Skifahrer ließen sie jedoch total unbekümmert, was mich schon mal beruhigte. Auf der Hütte angelangt, war es Zeit für eine deftige Stärkung. Gekocht wird hier bodenständig, richtig lecker und die Portionen sind einfach riesig. Frisch gestärkt starteten wir den Weg nach unten und zwar mit dem Schlitten. Wer übrigens selbst keinen Schlitten besitzt, kann sich problemlos um € 2,00 (Preisangaben immer ohne Gewähr) in der Hütte einfach einen ausborgen.

Mit Schlitten und Hund bergab

Milka war hochmotiviert und Zaria anfangs natürlich etwas eingeschüchtert von dem riesigen und tonnenschweren Schlitten 😉 Es hat doch einige Meter bergab gedauert, bis die beiden Hunde, der Schlitten und ich einen Rhythmus gefunden haben. Nach jedoch ein paar Fast-Zusammenstößen ging dann plötzlich der Knopf auf und die Hunde rannten wie Profis neben mir her. Es war auch bei Zaira keine Leine mehr nötig, da sie sich komplett auf mich und den Schlitten konzentriert hatte. Entgegenkommende Leute wurden keines Blickes mehr gewürdigt und es wurde nur noch hechelnd neben mit hergelaufen. Die Abfahrt mit dem Schlitten dauert ca. 15 Minuten und das Gefälle ist einfach perfekt um ein wenig Speed zusammen zu bekommen, aber dabei trotzdem nicht die Kontrolle zu verlieren.

Nachtrag vom 12.01.2019:

Und wieder verschlug es uns auf die Ganzalm – denn Schlittenfahren mit Hund im Winter gehört einfach dazu. Dieses Mal starteten wir aber von ganz unten los, da die Straße zum Sattel so gut wie nicht befahrbar war. Direkt in Hönigsberg geparkt, starteten wir den ca. 8km langen Aufstieg Richtung Ganzalmhaus. Knappe 3 Stunden und 732 Höhenmeter später erreichten wir das gewünschte Ziel. Das tolle am langen Aufstieg – auch die Fahrt bergab dauert natürlich umso länger. Denn es ging die ganze Strecke talwärts mit dem Schlitten. Da mussten meine zwei Mädels wahrlich Kondition beweisen. Und richtig stolz bin ich dabei auf meinen kleinen Terrorzwerg Milka, die die gesamten 8 Kilometer im Vollspeed bergab brav neben dem Schlitten her hechtete. Und müde war am Ende dann doch nur das Frauerl 😉

Fazit: Ein tolles Erlebnis, um Hunde zu fordern und auszupowern, dass auch noch richtig viel Spaß macht. Es können sich natürlich an einem schönen Tag sehr viele Menschen auf der Strecke tummeln, aber dennoch einen Ausflug wert.