Der Mai zeigte sich dieses Jahr von seiner absolut schönsten Seite und verwöhnte uns mit wunderbarem Wanderwetter. Das muss man natürlich vollends ausnützen. Für uns, oder besser gesagt, für mich stand somit fest – wir mutieren im Mai zu absoluten Gipfelstürmern. Immerhin ist ja nicht klar, wie lange ich mich heuer mit Babybauch noch auf den Berg schleppen kann. Und Milka und Zaira? Die sind sowieso bei jedem Abenteuer mit dabei – und zwar immer und ausnahmslos mit absoluter Begeisterung.

Dieses Mal habe ich mir eine eher anspruchsvollere Tour ausgesucht. Da ich als Schwangere nicht mehr allein mit den Wuffis auf den Berg will, musste jedoch zuerst eine passende Wanderbegleitung gefunden werden, bevor es losgehen konnte. Und besser hätte ich es für diese Tour wohl nicht treffen können. Die allerliebste und treuste Wanderbegleitung ever – die liebe Nina – und mein ewig bester Jürgen leisteten mir dieses Mal Gesellschaft, wenn es von Eisenerz aus auf gleich zwei Gipfel – Wildfeld und Stadelstein – gehen sollte.

Rundwanderung GH Pichlerhof – Teicheneggalm – Wildfeld – Stadelstein – Hochalm
Länge gesamt: 13,12 km / Dauer: 5:30 h / Aufstieg: 1.126 m /max. Höhe: 2.067 m
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Wandern mit Hund in der Eisenerzer Ramsau

Geparkt haben wir direkt beim Gasthaus Pichlerhof, nicht unweit vom JUFA, in der sogenannten Eisenerzer Ramsau. Von dort ging es für uns Zweibeiner und zwei übermotivierten Hunden ein kurzes Stück der Straße entlang bis zu einer großen Infotafel.

Die gelben Wegweiser führten uns weiter auf einer Forststraße Richtung Wald. Die dunklen Wolken, die ziemlich schnell und etwas bedrohlich über unsere Köpfe zogen, bereiteten uns zwar ein wenig Sorge, aber wir wollten zumindest den Aufstieg wagen, ohne hoffentlich nass zu werden. Für die Hunde boten die kühlen Temperaturen natürlich das ideale Wanderwetter. Übermütig rannten sie vor uns her als ob es kein Halten gäbe. Wir folgten den beiden Wanderwuffis gemütlich auf der Schotterstraße und den Wegweisern Richtung Wildfeld – unserem ersten Gipfel auf dieser Tour. Bald ging die Schotterstraße in einen schmalen Weg, der über ein kleines Brückerl führte,  etwas steiler durch den Wald. Von hier weg war meine Kondition als Schwangere ordentlich gefordert, den der Weg sollte immer steiler über Wurzelwerk und Waldboden dahin gehen. Während nun auch Jürgen und Nina ein wenig ins Schnaufen kamen, merkte man Milka und Zaira nichts der Strapazen an. Die zwei waren an diesem Tag in absoluter Topform.

Aussichtsreiche Tour zum Gipfel des Stadelstein

Nach einiger Zeit lichtete sich der Wald und bot uns ein atemberaubendes Panorama auf die umliegende Berglandschaft. Das motivierte uns um so mehr den weiteren Anstieg zu bewältigen. Der erste markante Wegweiser kam auf der Teicheneggalm, auf der sich drei unbewirtschaftete Hütten befinden. Hier legten wir eine kurze Rast ein, bevor es für uns weiter auf Weg 679 Richtung Wildfeld ging. Noch immer befanden sich, sehr zu Milkas Freude, Schneefelder am Weg. Diese waren aber relativ ungefährlich und ließen sich gut umgehen.

Je höher wir kamen, desto unglaublicher wurde die Aussicht. Berge soweit das Auge reichte und das Wetter würde wohl auch halten. Bis dato hatten sich die Wolken noch nicht über uns entleert, aber ein kalter Wind blies uns dafür ordentlich um die Ohren. Der Weg wurde immer steiniger, je höher es ging. Ein Zeichen, dass wir unserem Ziel doch stetig näher kamen. Ganz genau wurden wir von Murmeltieren beobachtet, die uns von sicherer Distanz aus anschimpften. Die Wuffis waren sichtlich verwirrt, konnte sie die schrillen Geräusch so überhaupt nicht zuordnen. Nach über 2,5 Stunden stetigem bergauf sollten wir endlich das Plateau erreichen und rechts weg konnten wir das Gipfelkreuz des Wildfeld auch erblicken.

Groß war die Freude bei Nina, Jürgen und mir, waren wir durch den langen und steilen Aufstieg und den stetigen Wind doch schon ziemlich erschöpft und freuten uns auf eine kurze Verschnaufpause. Natürlich nicht ohne obligatorischen Gipfelkreuz-Fotoshooting mit den Wuffis. Die Aussicht vom Wildfeld aus in die Gesäuseberge war einfach umwerfend. Hätte der Wind uns nicht weiterhin um die Ohren geblasen, hätten wir eine länger Rast eingelegt. Aber so wurden wir doch recht rasch weitergetrieben.

Doppelter Gipfelsieg – Wildfeld & Stadelstein

Immerhin hatten wir noch ein Gipfelkreuz auf unsere Tour ausständig. Ein kleines Stück retour auf der  Hochebene unterhalb des Wildfelds ging es dann nach rechts unterhalb des Speikkogels vorbei zum  Stadelstein. Über Geröll und auf einem äußerst schmalen Pfad kämpften wir uns die letzen Höhenmeter hoch, um das heiß ersehnte Gipfelkreuz des Stadelstein zu erklimmen.

Hier empfiehlt sich unbedingt die Hunde an die kurze Leine zu nehmen, da es links und rechts weg steil bergab geht und Absturzgefahr für Hunde gegeben ist. Meine zwei Bergfexe auf vier Pfoten kannten solche Gegebenheiten bereits und blieben cool und relaxt, auch an kurzer Leine. Nur der liebe Jürgen hatte etwas mit den schwindelerregenden Höhen und Wegverhältnissen zu kämpfen. Aber alle schafften wir schlussendlich den Weg zum Gipfelkreuz. Und die Anstrengungen haben sich wirklich bezahlt gemacht. Die Aussicht sowie das Drumherum waren einfach wunderschön anzusehen und mehr als beeindruckend.

Nun konnten wir überglücklich, mit tollen Eindrücken im Gepäck den Rückweg antreten und uns ein geeignetes Plätzchen für eine wohlverdiente Rast suchen.
Ein kurzes Stück ging es am Aufstiegsweg des Gipfels retour bis zu einem Kreuzungspunkt der mit zahlreichen gelben Schildern versehen war. Von hier wählten wir für den Abstieg den Weg Richtung Ochsenboden. Dieser führte uns ziemlich steil über weichen Almboden weiter zur Hochalm, vorbei an zwei Hütten, wovon eine teilweise am Wochenende bewirtschaftet ist. Wir querten die Hochalm, dann durch den Wald bis wir wieder auf einem breiten Schotterweg ankamen. Von dort ging es für uns links weg der Beschilderung Richtung JGH Eisenerz folgend weiter, bis wir dann schlussendlich wieder auf die uns bekannte Schotterstraße kamen, die uns zurück zum Auto führen sollte.

FAZIT: Eine anspruchsvolle aber dafür umso beeindruckendere Wanderung mit Hund, die so einiges an Kondition von Hund & Frauerl/Herrl abverlangt. Trittsicherheit ist vor allem das letzte Stück zum Stadelstein von Nöten. Am Anfang und Ende der Tour findet man ein kleines Bächlein. Ansonsten sind keine natürlichen Trinkquellen für Hunde gegeben. Also Wasser unbedingt mitführen. In den Sommermonate ist Kontakt mit Weidevieh durchaus möglich. Auch findet man zahlreiche Murmeltiere am Weg. Daher unbedingt Leinenpflicht für jagdlich motivierte Hunde.