Wir lieben den Herbst einfach. Die Temperaturen sind perfekt und nicht zu heiß, die Natur zeigt sich von ihrer farbenprächtigsten Seite und unsere Kondition lässt zum Ende der Wandersaison anspruchsvollere Touren zu. Über die Facebookgruppe „Bergtouren Steiermark“ wurde ich auf das Geierhaupt in Gaal im Bezirk Murtal aufmerksam und mir war sofort klar, da muss ich mit meinen beiden Wanderwuffs hin. An einem traumhaft, schönen Herbsttag ging es für uns somit  – dieses Mal in männlicher Begleitung unseres Philipps und seinem Freund Thomas, sollten wir einen unvergesslichen Gipfelsieg erfahren.

Ingeringsee – Geierhaupt – gleicher Weg retour
Länge gesamt: 12,11 km / Dauer: 5:15 h / Aufstieg: 1.208 m /max. Höhe: 2.423 m

Gestartet haben wir am Parkplatz des Ingeringsees bei frischen 1 Grad. Der noch verschlafene See bot uns bereits zur frühen Morgenstund ein atemberaubendes Panorama auf die umliegende Bergwelt. Und Milka, meine kleine Wasserratte, schreckten die niedrigen Temperaturen in keinster Weise ab, um nicht doch noch ein erfrischendes Fußbad zu nehmen, bevor es für uns dem Gipfel des Geierhaupts entgegen gehen sollte.

Vorbei an der Klementikappelle führte uns der Weg zu Beginn noch auf einer breiten Schotterstraße entlang bis uns die Markierung rechts weg steil in den Wald führte. Und von dort weg sollte sich die Steigung stetig halten, über einen schmalen Waldweg, immer wieder eine Schotterstraße querend, und wieder durch den Wald. Meine zwei Wanderwuffis würden ihre anfänglich Euphorie und das kontinuierliche auf und ab noch bereuen, denn der Weg war noch weit und der Anstieg anstrengend.

Steiler Anstieg zum Gipfel des Geierhaupts

Der gut beschilderte und markierte Weg führte uns vom Wald über Wiesen und weiter über größere Steinbrocken hoch hinauf. Während sich meine zwei Fellnasen nach wie vor mit einer Leichtigkeit grazil bergauf schlängelten, kamen Philipp und ich schon ein wenig ins Schnaufen. Nur Thomas schien die doch sehr anspruchsvolle Steigung wenig anzuhaben. Nachdem wir den Wald komplett hinter uns gelassen haben, war die Anstrengung jedoch schnell vergessen. Die bezaubernde Aussicht, die sich uns rundum bot, war einfach atemberaubend und beeindruckend zugleich. Endlich am Saurücken angelangt, wurde auch das Gelände etwas alpiner.

Zuerst führte uns der Weg noch über Wiesen doch dann sollte es bald ziemlich felsig und geröllig werden. Inzwischen begannen auch Milka und Zaira sich ihre Kräfte etwas besser einzuteilen, um sich für die bevorstehende „Kraxlerei“ über Felsplatten und Geröll zu rüsten. Für mein langbeiniges Supermodel Zaira war der Anstieg über felsigen Untergrund keine Herausforderung. Aber klein Milka hatte schon das ein oder andere Mal etwas zu kämpfen. Aber inzwischen kann mein kleines Bergmonster perfekt einschätzen, was sie aus eigener Kraft schafft, oder wo meine Hilfestellung benötigt wird. Und so kämpften wir uns weiter bergauf bis zum ersten markanten Punkt der Wanderung – dem überdimensional großen Steinmandl am Höllkogel.

Aussichtsreiche Wanderung mit Hund im Murtal

Anzunehmen, dass von hier aus der Gipfel nicht mehr weit sein kann, ist jedoch ein gewaltiger Trugschluss. Denn erst wenn man das Steinmandl erreicht hat, erhascht man den ersten Blick zum Gipfel des Geierhaupts. Und der Weg sollte uns noch ein Stück lang am Grat entlang führen, bevor wir das Gipfelkreuz erreichen würden. Schon alle waren wir ein wenig am Ende unserer Kräfte angelangt. Auch meine tapfere Bergziege Milka, die immer als Letzte Erschöpfung zeigt, verlangte nun nach einer Rast, bevor wir die letzten Meter zum Geierhaupt angehen sollten. Aber je anstrengender der Weg umso beeindruckender das Ziel – und das traf auf diesen wahrlich schwer verdienten Gipfelsieg allemal zu.

Unbeschreiblich die Aussicht, die sich uns hier zu Füßen legte. Hätte uns der plötzlich auftretende kalte Wind nicht so um die Ohren geblasen, wären wir wohl noch länger am Geierhaupt verharrt. Aber so traten wir doch recht rasch wieder den Rückweg über die gleiche Strecke an und gönnten uns weiter unten, im windgeschützen Bereich auf der Wiese, eine wohltuende und verdiente Rast. Mit ausreichend Leckerlies für meine beiden tapferen Fellnasen und einer kräftigen Stärkung für uns Zweibeiner.

Retour vom Geierhaupt zum Ingeringsee

Für den Abstieg war dann nochmals volle Konzentration von uns allen gefordert, immerhin ging es gleich steil bergab wie vorhin bergauf und da musste jeder Schritt gut sitzen, damit man nicht als Zweibeiner am Allerwertesten landete. Milka und Zaira hatten diese Probleme natürlich nicht. Aber die Zwei zeigten bereits Ermüdungserscheinungen und trotteten nur mehr gemächlich hinter uns her anstatt die Truppe anzuführen.

Jegliche überschüssige Energie war bereits verpufft. Wieder retour am Ingeringsee gönnten sich meine zwei Hundeladies noch ein erfrischendes, heiß ersehntes Bad im See bevor wir erschöpft aber voll gepumpt mit Glückshormonen wieder die Heimreise antraten. Eine atemberaubend schönen Wanderung, die wir jedem erfahrenen Hunde-Mensch-Team nur wärmstens empfehlen können.

FAZIT: Die Wanderung aufs Geierhaupt ist für konditionsstarke und bergerfahrene Hunde und dazugehörige Frauerl und Herrl wahrlich ein Erlebnis. Kleinere Hunde benötigen weiter oben eventuell etwas Hilfe über die größeren Felsen. Man quert auf dieser Tour keine einzige Alm, damit ist die Tour das ganze Jahr über komplett kuhfrei. Unbedingt ausreichend Wasser und auch Verpflegung mitnehmen. Natürliche Trinkquellen gibt es nur zu Beginn der Wanderung. Auch Hütte ist am Weg keine zu finden.