Für Tag drei unseres Südtirol-Urlaubs sollte es eine aussichtsreiche aber dennoch gemütlich Wanderungen werden. Idealerweise eine Tour mit Hund und Kind die nicht so überlaufen ist und uns etwas mehr Ruhe gönnt. Bei der riesengroßen Auswahl an herrlichen Wanderungen, die Südtirol so zu bieten hat, tut man sich richtig schwer sich für eine zu entscheiden. Irgendwann wurde ich dann doch fündig und habe eine Wanderung gewählt, die allen Beteiligten eine Freude bereiten sollte. Zudem war das wohl größte Highlight der ausgewählten Tour die Fahrt mit der Gondel.

Es sollte auf den Helm, oder wie man auf italienisch sagt „Monte Elmo“ gehen. Ich war tatsächlich etwas aufgeregt, wusste ich nicht, wie meine zwei Wuffis auf ihre erste Gondelfahrt reagieren würden. Bei meinem Sohnemann Anton machte ich mir da weniger Sorgen. Der würde, wie so ziemlich alles in seinem Leben, mit voller Freude und Begeisterung annehmen. Milka ist die Coolness in Person, ähm Hund, aber wie würde wohl meine doch manchmal eher unsichere Leika reagieren? Wir würden es herausfinden.

Rundwanderung über Hüttensteig zum Helmgipfel/Monte Elmo
Länge gesamt: 10,67 km / Dauer: 3:15 h / Aufstieg: 392 m /max. Höhe: 1.727 m
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Hundefreundliche Wanderung auf den Helm in den Dolomiten

Die Italiener sind ja ein wirklich kinder- und hundefreundliches Volk und verlangen nicht einmal das Tragen eines Maulkorbs für die Hunde während der Gondelfahrt. Es ist zwar überall ausgewiesen, dass Maulkorb Pflicht sei, aber als ich der freundlichen Dame an der Kassa erklären wollte, dass ich für Milka in 8 Jahren noch keinen passenden Maulkorb gefunden habe, schaute sie mich verdutzt an und meinte ganz selbstverständlich, dass ich sowieso keinen Maulkorb benötigen würden. Die Gondelfahrt für Hunde ist kostenpflichtig, aber nett wie die Italiener sind, wird nur ein Hund verrechnet, auch wenn, wie in meinem Fall, zwei Hunde mitfahren. So war es zumindest bei der Helm-Bahn!

Kurz und bündig zu unserer ersten Gondelfahrt: Anton war außer sich vor Freude, Milka stieg ohne großes Tam-Tam ein und ließ die Fahrt relativ relaxed über sich ergehen und Leika, die musste über die Schwelle getragen werden. 😉 Als sie dann jedoch endlich in der Gondel war, nahm auch sie ihre erste Gondelfahrt einigermaßen gelassen, war aber als Erste bei der Tür ganz schnell wieder draußen. 😉

Nun gut, aber nun zu unserer ausgewählten Tour. Eine Rundwanderung zum Helmgipfel sollte es werden, die direkt beim Ausstieg der Gondel startete. Wir starteten sogleich über eine Teil des Barfußpfades von Olpers Bergwelt, das vor allem Anton eine riesen Freude bereitete. Den Hunde war das natürlich ziemlich egal, die waren einfach froh einmal in Ruhe schnüffeln zu können, ohne von Menschenmassen überrannt zu werden. Ja, da oben am Helmplateau herrschten endlich erträgliche Zustände und die „Wandersleut“ verteilten sich gut und überschaubar.

Aussichtsreiche Wanderung auf den Monte Elmo in Südtirol

Wir marschierten dann weiter entlang des Hüttensteigs (Weg Nr. 20) immer stetig bergauf und genossen dabei die Ruhe und wundervolle Aussicht. Es herbstelte schon leicht und man konnte die ersten Verfärbungen der rundum herrschenden Pflanzenwelt wahrnehmen. Ganz anders als die Tage davor, war hier noch recht viel Vegetation zu bewundern und nicht alles ganz so felsig und karg, wie bei den Drei Zinnen oder rund um den Pragser Wildsee.

Nur das letzte Stück rauf zum Monte Elmo hatte es in sich. Da wurde es dann doch recht felsig und Trittsicherheit war angesagt. Milka durfte da von der Leine, weil sie sich frei am besten und sichersten durch solche Passagen bewegt. Erstaunt war ich von meinem Jungspund Leika, die sich wirklich geschickt nach oben handelte und dass, obwohl sie noch nicht wirklich bergerfahren ist. Meine kleiner Sonnenschei Anton hat das letzte Stück des Aufstiegs in seiner Kraxe schlichtweg verschlafen. 😉

Vorbei an ehemalinge Bunkern aus dem ersten Weltkrieg kamen wir nach circa 1,5 Stunden am Gipfel des Helm an. Einfach traumhaft war bis dato die Tour und natürlich auch das rundum Panorama. Nach einer kurzen Rast beschlossen wir dann doch weiter zu maschieren. Wir wollten ja noch in einer Hütte einkehren und uns kulinarisch verwöhnen lassen. Also ging es für uns den relativ steilen und schroffen Weg Nr. 3 A weiter bis wir auf einer breiten Schotterstraße ankamen. Diese führte uns direkt zur Hahnspielhütte, wo wir endlich unsere wohlverdiente Rast einnahmen. Gemütlich und köstlich zugleich, genoßen wir das Ambiente auf der Terrasse.

Von der Hahnspielhütte gelangte wir nach weiteren 20 Minuten Furßmarsch über die Schotterstraße wieder retour zum Ausgangspunkt. Dort angelangt, duften die Hunde etwas rasten, während Anton aus der Kraxe sprang und den Streichelzoo und Erlebnisspielplatz hoch begeistert erkundete. Ins Tal ging es wieder mit der Gondel. Man kann aber natürlich auch zu Fuß den Weg ins Tal antreten.

FAZIT: Ein tolle, nicht all zu anspruchsvolle Wanderung, die sich perfekt mit Hund und Kind meistern lässt. Die Aussicht ist atemberaubend schön und versetzt ins Staunen. Ausreichend Wasser an heißten Tagen mitnehmen. Es gibt für Hunde keine natürlichen Trinkquellen. Kühe hätte ich am Weg keine gesehen, kann aber nicht zu 100% bestätigen, dass die Gegend komplett kuhfrei ist.