Endlich war es so weit. Unser heiß ersehnter Aufenthalt im Gesäuse konnte beginnen. Mit im Gepäck waren all meine Lieblingsmenschen Anna, Jörg und Jürgen und natürlich meine zwei Mädels Milka & Zaira. Eine passende Wanderung für uns zu finden, war gar nicht so einfach. Aber auch nur deshalb, weil es sooooo viele tolle Wanderungen im Gesäuse gibt, dass die Auswahl wirklich schwer viel. Mit ein wenig Hilfe einer Facebook-Freundin aus meiner Wandergruppe, die mir mit hilfreichen Tipps zum Wandern mit Hund in dieser Region aushalf, fanden wir dann eine passende Wanderung.  Und somit beschlossen wir die Mödlinger Hütte mit Hund zu erwandern.

Mödlinger Hütte / Nationalpark Gesäuse
Wanderung ab Gasthof Donnerwirt in Johnsbach
Länge: 4,4 km (einfache Strecke) / Dauer: 2:00 (einfache Strecke)
Aufstieg: 753m /max. Höhe: 1.523m

Das Gesäuse empfing uns mit herrlichem Sonnenschein und doch sehr sommerlichen Temperaturen. Gestartet haben wir unsere Tour direkt beim Gasthof Donnerwirt. Von dort weist eine riesige Tafel sofort auf den richtigen Weg. Die Hunzis waren außer sich vor Freude und wie immer mehr als motiviert. Sofort führte uns die Schotterstraße bergauf durch den Wald. Dank des schattenspendenden Waldes war die Wanderung, bei doch sehr sommerlichen Temperaturen, erträglich für uns und die beiden Hunde. Immer wieder bot sich uns eine atemberaubende Aussicht auf die umliegenden Bergwelten. Wie wir ja alle bereits wissen, halten Milka und Zaira so gar nichts von irgendeiner Aussicht. Extrem Schnüffeln war bei meinen beiden Chaoten angesagt. Am stetig bergaufführenden Weg fanden sich auch immer wieder kleine Bächlein und Trinkmöglichkeiten für die beiden Hunde. Somit waren die warmen Temperaturen auch für Milka kein Problem, nutze sie doch einfach jede noch so kleine Pfütze und Wasserstelle um sich ihre verdiente Abkühlung zu holen. Weiter bergauf hörten wir dann ein lautes Rauschen und standen plötzlich vor einem kleinen Wasserfall. Und gleich dahinter befand sich eine Art Wasserauffangbecken. Ein Minisee sozusagen. Da Zaira im heurigen Jahr ihre Vorliebe für Wasser absolut für sich entdeckt hat, können wir natürlich an so einer Badestelle für Hund nicht vorbei, ohne nicht auch ein paar Steckerl und Steine im Wasser zu versenken, denen sie voller Elan hinterher springen kann. Mit zwei pitschnassen Hunden ging es dann endlich weiter bergauf. Die Wanderung zur Mödlinger Hütte ist gut ausgewiesen und man braucht nur den rot-weiß-roten Markierungen zu folgen. Nach ca. einer Stunde passierten wir ein schon etwas wackeliges Kuhgatter. Da wurde ich dann schon ein wenig nervös, sind wir Kühen bis dato doch noch nie so direkt auf der Alm begegnet. Wir hatten immer das Glück, dass die Kühe sich immer hinter dem Zaun befanden. Aber da ich wusste, dass weder Milka noch Zaira beim Anblick von Kühen bellen oder in Panik verfallen, stellte ich mich mental bereits auf ein Zusammentreffen ein. Darüber, wie man sich Kühen gegenüber mit Hund verhält, habe ich ja schon ausgiebig gelesen.

Nun gut, nach anfänglicher Nervosität beschloss ich diese beiseite zu schieben und mich wieder auf die atemberaubende Umgebung, auf meine lieben Menschen und Hunde um mich zu konzentrieren. Der inzwischen schmale Waldweg führte uns weiter auf eine breite Schotterstrasse. Achja, natürlich weiterhin bergauf 😉 Plötzlich sahen wir eine kleine Hütte und davor einen großen, langhaarigen Hund. Und weit und breit keinen Mensch dazu. Sowas macht mir natürlich immer sehr große Freude, vor allem weil mein südafrikanisches Sensibelchen an der Leine, bei auf sie zukommenden Hunde, gar nicht mehr so sensibel ist, sondern richtig zickig werden kann. Da der fremde Hund aber schon von Weitem mit großen Kulleraugen und schwanzwedelnd auf uns zukam, war ich gleich beruhigt und ließ meine Große einfach von der Leine und gab auch Milka das OK den Neuankömmling zu begrüßen. Das HALLO meiner Mädels war wie immer stürmisch und etwas laut, aber nach ca. 3 Sekunden hatten sich alle lieb und tobten gemeinsam über die saftig grüne Wiese. Für uns ging es weiter und auch der fremde Hund, der einfach entzückend und ein gutmütiger Bär war, wollte nicht mehr von unserer Seite weichen. Somit hatten wir einen neuen Wanderbegleiter, der uns auch direkt den Weg zur Mödlinger Hütte zeigte. Einfach nur herrlich war das Panorama, dass sich uns, bei der Mödlinger Hütte angekommen, bot. Natürlich kehrten wir ein, um uns nach ca. 2,5 Stunden stetigem bergauf unsere wohlverdiente Stärkung zu gönnen. Bei der Hütte erkannte man übrigens unseren schwarzhaarigen Wanderbegleiter namens Balu sofort. Mit einem netten „Balu, geh wieder Heim“ vom Hüttenwirt, machte sich dieser auch sofort wieder auf den Weg. Wenn das mit Hunden nur immer so einfach wäre, wie mit dem lieben Balu. Auf der Terrasse der wunderbaren Mödlinger Hütte nahmen wir also Platz. Die Hunde fielen quasi einfach um und schliefen tief und fest, während wir uns ein köstliches Hüttenessen genehmigten. Nach noch etwas Sonne tanken und die Aussicht und Atmosphäre auf der Alm genießen, beschlossen wir dann wieder den Rückweg anzutreten. Dieser führte uns den selben Weg retour, den wir auch gekommen waren. Und natürlich erwartete uns Balu auch am Heimweg nochmals, um sich von seiner neuen Liebe Zaira zu verabschieden. Mit Aufstieg, Pause und Abstieg waren wir insgesamt mehr als 5 Stunden unterwegs. Achja, und Kühe waren weit und breit keine zu sehen. Somit entgingen wir wieder einmal einem Zusammentreffen mit dem Weidevieh.

FAZIT: Eine tolle Wanderung mit Hund, die schon einiges an Kondition abverlangt. Es gibt ausreichend Schatten und Trinkmöglichkeiten für die Hunde. Dadurch ist die Wanderung auch an warmen Tagen mit Hund locker zu meistern. Es empfiehlt sich natürlich dennoch die Wanderung eher früh zu starten und Wasser dabei zu haben. Kontakt mit Weidevieh absolut möglich. Wir hatten dieses Mal wohl einfach Glück!!!