Wenn man im Sommer mit Hund wandern möchte, hat man genau zwei Möglichkeiten. Entweder hoch hinauf in die Berge oder ab in eine kühle und wasserreiche Klamm. Wir entschieden uns wieder einmal für eine Wanderung mit Hund in der schönen Südsteiermark und beschlossen die Altenbachklamm in Oberhaag zu erklimmen. Endlich wieder zu dritt, denn auch Milka war wieder fit für die nächste Wanderung und mehr als bereit für ein neues Abenteuer!!!!

Altenbachklamm in Oberhaag:
Länge: 5,05 km / Dauer: 2:00 / Aufstieg: 347m /max. Höhe: 718m

Zeitig um 8:30 Uhr ging es los, um drückende Hitze, immerhin wurden 27 Grad im Laufe des Tages vorhergesagt, und etwaige Menschenmassen zu vermeiden. Geparkt wurde direkt beim Buschenschank Stelzl vlg. Altenbacher, wo sich auch der Eingang zur Altenbachklamm befindet. Und bereits ganz am Beginn der Altenbachklamm musste ich kurz innehalten,  um diese ganz besondere Atmosphäre zu genießen. Natur wohin das Auge reicht und dieser mystische Flair – einfach herrlich. Solang bis Zaira bereits ungeduldig an der langen Flexileine zog. Mein südafrikanisches Supermodel hielt wie immer nichts von Innehalten und wollte schon ganz ungeduldig dem nächsten Duft folgen. Und Milka war sowieso im siebten Himmel. Nach 4 Wochen sozusagen Bettruhe war sie mehr als motiviert. So ging es los und auch gleich über die ersten Brücken, immer vom sanften Plätschern des kleinen Baches begleitet. Ein Traum für Wandern mit Hund. Ausreichend Schatten, kühle Temperaturen und immer Wasser vor der Schnauze! Und durch die zahlreichen Brücken, Stufen und Leitern ist das Wandern durch die Altenbachklamm auch pures Abenteuer für Hund und Mensch. Aber keine Sorge, Hunde können jegliche Brücken und auch Stufen leicht umgehen, sollten sie Angst haben. Meine zwei Chaoten waren jedenfalls im absoluten Hundeparadies und meisterten jedes Hindernis mit Bravour. Auch vom Anstieg her und vom Konditionslevel ging alles sehr relaxed über die Bühne. Bis wir plötzlich vor einer Hängebrücke standen. Die für den Mensch ja kein Problem darstellen sollte. ABER da die Hängebrücke aus einem Art Eisengitter besteht, war ein überqueren für meine sonst eher wagemutigen Abenteurer keine Option. Zaira hat nämlich, nach einem eher schmerzhaften Zusammentreffen mit so einer Eisentreppe, eine richtige Phobie vor Eisengitter jegliche Art. Und 45 kg über die Brücke zu tragen wäre undenkbar gewesen. So mussten wir wohl oder übel unter der Brücke durch. Und das war definitiv kein Kinderspiel. Denn die kleine Schlucht, wohl auch der Grund für die  Hängebrücke, verlangt einiges an Geschick von Hund und Mensch ab.

ACHTUNG: Sollte man mit Hund unter der Brücke durchmüssen, empfiehlt sich unbedingt den Hund von der Leine zu lassen oder eine lange, bis zu 8m, Leine zu verwenden. Vor allem der Aufstieg verlangt vollen Körpereinsatz von Hund und Mensch und da sollte man sich gegenseitig nicht mit einer kurzen Leine behindern. Zur Sicherheit aller.

Mit einem fast Absturz von Milka, einer etwas verzweifelten Zaira und vollem Körpereinsatz auf allen vieren meinerseits haben wir es aber dann doch geschafft am anderen Ende anzukommen. Kurz nach der Brücke hat man übrigens die Möglichkeit die Klamm zu verlassen oder eben das letzte Drittel zu starten. Aufgeben war natürlich keine Option und so machten wir uns auf, um den letzten Teil der Klamm zu bewältigen. Und auch wenn wir bis dahin alles sehr entspannt fanden, verlangte das letzte Drittel doch einiges an Geschick und volles Level an Kondition. Dafür ist der Anstieg um so abenteuerlicher und erlebnisreich. Auch hier ein Tipp meinerseits. Keine kurze Leine für das letzte Stück verwenden, sondern eine Flexi- oder Schleppleine. Der Weg ist sehr eng und man muss sich immer wieder einmal anhalten oder abstützen. Daher sollte man ausreichend Abstand zwischen sich und Hund bringen, um sich beim Aufstieg nicht gegenseitig zu behindern. Keuchend und mehr als zufrieden oben angekommen, lichtet sich nach ein paar hundert Metern auch schon der Wald und man wird plötzlich mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Und da in der Südsteiermark jegliche Aktivitäten auch immer mit einem gewissen Genussangebot gekoppelt sind, landet man auch sogleich beim Buschenschank Tertinek. Hier hat man die Möglichkeit sich eine ausgezeichnete Jause zu gönnen und dabei weiterhin die Aussicht auf sich wirken zu lassen. Für uns ging es nach einer kurzen Rast wieder retour der Straße entlang. Man hat auf dem Weg bergab nochmals die Möglichkeit in die Klamm wieder einzusteigen. Wir hielten uns jedoch weiterhin auf der kaum befahrenen Straße und waren nach ca. 30 Minuten an unserem Ausgangspunkt angelangt.

FAZIT: Eine eher kurze aber dafür absolut traumhafte und mehr als empfehlenswerte Wanderung mit Hund. Abenteuer pur und mega erlebnisreich für Hund und Mensch. Die Altenbachklamm ist definitiv, gerade an warmen Tagen, der ideal Ort um Natur in vollen Zügen gemeinsam mit Hund zu genießen. Jedoch sollte der Hund schon eine gewisse Geschicklichkeit aufweisen. Vor allem das letzte Drittel hat es in sich und ist meines Erachtens für sehr kleine Hunde wohl eher nicht geeignet. Aber hier hat man ja die Möglichkeit beim ersten oder zweiten Ausstieg die Klamm vorher zu verlassen. Wir kommen ganz bestimmt wieder und waren schwer begeistert.